Chronik

Die Chronik von einem Ort mit pommerschen Wurzeln und einer Aktiengesellschaft, die ein Seebad erschuf

Geschichte von Heringsdorf

Geschichtliches aus der Kaiserzeit Wie Heringsdorf zu seinem Namen kam: Der einstige Besitzer des Rittergutes Gothen, Oberforstmeister Georg Bernhard von Bülow, das einst zu Mellenthin gehörte verkaufte seit 1919 alljährlich einzelne Wald- und Ackerparzellen. Als Folge dieser Verkäufe gründete sich östlich von Neukrug, dem heutigen Ortsteil Neuhof, am Strand eine Fischerkolonie. Als nun im Sommer des Jahres 1820 König Friedrich Wilhelm II. in Begleitung seines Sohnes, des Kronprinzen  und späteren Kaiser Wilhelm I. und mit ihm Prinz Karl auf einer Rundreise durch Pommern auch auf die Insel Usedom kam, wurde Ihm auch viel von der Fischerei erzählt.  Zu den damaligen Zeiten war die Fischerei die Lebensgrundlage der Bewohner der Stranddörfer.  Der König wollte nun von der Besichtigung der Festungsanlagen der  Engelsburg und der Hafenanlagen aus Swinemünde kommend, das Tagewerk der Fischer kennenlernen. In Begleitung des Oberforstmeisters von Bülow aus Gothen kommend, fuhr der König nun zur Fischerkolonie Neukrug. Hier wurde der Kronprinz  vom Oberforstmeister von Bülow gebeten, für die Fischerkolonie einen Namen vorzuschlagen. Da dem Kronprinz nichts passenderes einfiel erhielt der Ort den Namen Heringsdorf. Mit diesem Namen würde Heringsdorf berühmt. Darum führte Heringsdorf drei silberglänzende Heringe auf blauem Grund im Wappen, das 1905 vom damaligen Kurdirektor Valentin von Bismarck eingeführt wurde. Durch die Verwaltungsreform des Landes Mecklenburg-Vorpommern wurden die Gemeinden gedrängt, sich zu Großgemeinden zusammen zu schließen. Im Jahre 2004 fusionierte  das damalige amtsfreie Seebad Heringsdorf mit seinen Nachbargemeinden Ahlbeck und Bansin. Zur Auswahl waren mehrere Namen, wie Dreikaiserbaeder im Gespräch, aber die Bewohner der 3 Ortsteile stimmten am 1.4.2004 zugunsten von Seebad Heringsdorf ab. Das neue Wappen von 2008 hat nun 3 Wellen für die ehemaligen 3 Gemeinden und darüber eine Krone im Wappen. So kann man nur noch sagen: Die Heringe hat die Katz geholt, aber der kaiserliche Glanz ist geblieben, denn noch heute werden die 3 Ortsteile Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin als die Kaiserbäder der Insel Usedom bezeichnet. 

1392

Rüdiger von Nienkerken, dem Besitzer der Güter Mellenthin und Gothen errrichtet auf dem Kulm von Heringsdorf die Herberge  Tessentin, aus der später  der Ort Neukrug, entstand, der heutige Ortsteil Neuhof von Seebad Heringsdorf.

1817

Georg Bernhard von Bülow erwirbt zusammen mit seinem Bruder Ernst Gottfried das Rittergut Gothen, mit dem Bauerndorf Neuhof und dem adligen Teil des Fischerdorfes Ahlbeck aus der Konkursmasse des Rittergutes Mellenthin für 45.750 Taler

1819

Die Fischerkolonie Neukrug entsteht unterhalb des Kulms, durch Verkauf einzelner Parzellen des Rittergutes Gothen durch den Oberforstmeister von Bülow

1820

König Friedrich Wilhelm III besucht mit seinem Sohn, nachmals Friedrich Wilhelm IV, die Festung Engelsburg in Swinemünde und auch die Fischerkolonie Neukrug und gündet Heringsdorf

1825

Anfänge des Badebetrieb zeigen sich

1846

Die ersten 400 Urlaubsgäste besuchen Heringsdorf

3.9.1848

Einweihung der Kirche  nach Plänen des Hofbaurates Persius, für die seit 1840 gesammelt wurde.

1850/51

Abschaffung der Leibeigenschaft

1853

Heringsdorf hat 153, Neukrug 115, Neuhof 165 und Gothen 98 Einwohner

1859

Rerichsgraf zu Stollberg-Wernigerode  kauft das Gut Gothen für 132.000 Taler.

1867

Schützenverein wird gegründet

1871

Dr. Hugo Delbrück und sein Bruder kaufen vom Rittergut Gothen für 115.000 Taler Land, um in Heringsdorf Logierhäuser zu bauen

13./14.11.1872

Sturmflut in Heringsdorf

1872

Die Seebad Heringsdorf AG mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Hugo Delbrück wird gegründet. 

Im selben Jahr wird das Seebad Heringsdorf gegründet.

1873

Hotel Atlantic wird eröffnet

1884

Die Schule in Neuhof wird gebaut

13.1.1891

Die Kaiser-Wilhelm-Brückebekommt seinen Namen

1.7.1894

Heringsdorf bekommt einen Bahnanschluß nach Swinemünde und somit bis Berlin.

1897/98

Das Strandcasino entsteht in Holzbauweise. 1946 brannte es bei einer Feier der Russen ab und wurde danach als Massivbau neu errichtet. Heute beherbergt es die Spielbank, das Forum Usedom und das Maritim-Hotel.

14.3.1898

Freiwillige Feuerwehr Heringsdorf gründet sich.

1902/1903

Erweiterungsbau an der Seebrücke, somit Linienverkehr bis Stettin

1905

Durch den Kurdirektor Valentin von Bismarck erhält Heringsdorf sein Wappen mit den 3 silbernen Heringen auf blauem Grund

1907

die Bismarckwarte mit dem 45 m hohen Turm auf dem Präsidentenberg wird eingeweiht

1908/09

Sohlebrunnen mit 409 m wird gebohrt.

1.6.1911

Die Bahnlinie Heringsdorf - Wolgast verbindet nunmehr alle Usedomer Badeorte miteinander. Über die Peene nach Wolgast verkehrt eine Dampffähre.

1914

Sprengung des Schiffsanlegers an der Kaiser-Wilhelm-Brücke

15.4.1921

Die Seebad Heringsdorf AG geht für 600.000 Mark in den Gemeindebesitz über.

1923

Der Sortplatz neben der Seebrücke entsteht

1928

Der Sackkanal wird an seiner Mündung unterirdisch verlegt

1.4.1929

Die Schulverbände Heringsdorf und Neuhof werden zusammengelegt

1933

Der Strandkorbfabrikant Harder verlegt seine Produktion nach Heringsdorf

12.1933

Die neue Hubbrücke in Karnin über die Peene verkürzt die Fahrzeit bis Berlin auf wenig mehr als 2 Stunden.

1929

Die kath . Einrichtung Stella Maris etabliert sich.

1933

Der Strandkorbfabrikant Harder verlegt seine Produktion von Wolgast nach Heringsdorf

1.5.1934

Die Thingstätte, im Wald zwischen der Bismarckwarte und dem Wildpark, wird eingeweiht.

1943

Die Strandkorbfabrik, die jetzt Granatkörbe produziert, brennt.

2.5.1945

Alle Mitarbeiter der Gemeinde werden entlassen.

4.5.1945

Bei Bombenabwürfen russischer Flugzeuge sterben 6 Heringsdorfer auf dem Buchenberg.

1.5.1946

Die Bismarckwarte als Aussichtsturm auf dem Präsidentenberg wird durch die Russen gesprengt.

1946

Das Strandcasino wird bei einer Feier der Russen durch Brand zerstört.

1948

Bau des Kulturhauses durch die Russen. Nach mehreren Erweiterungen befindet sich heute hier die Spielbank, das Forum Usedom und das Maritim Hotel.

1950

7.575 offizielle Urlauber in Seebad Heringsdorf

1951

Beschlagnahmte Kirchenglocken kehren nach Heringsdorf zurück.

1951

Die erste Saison des FDGB Feriendienstes zählt 19.265 Urlauber

1952

Sulneubau an den Tennisplätzen für 800 Schüler und 45 Lehrer

1953

Aktion Rose: Viele Heringsdorfer Hausbesitzer werden enteignet und fliehen. Die Häuser gehen in DDR-Besitz über und müssen nach 1990 zurück gegeben werden.

1953

Die Jugendherberge in Heringsdorf wird gegründet und mit Ihr bekommen viele alte Häuser neue Besitzer.

1956

Die Gemeine Heringsdorf hat durch die Fusion mit Neuhof jetzt 4.000 Einwohner. Viele Flüchtlinge aus Ostpreußen, Pommern, Schlesien und aus dem Sudetenland haben in Heringsdorf eine neue Heimat gefunden.

27.6.1958

Der Seeteil der Kaiser-Wilhelm-Seebrücke brennt ab.

1964

Am Vorabend der Saisoneröffnung brennt das hölzerne Strandcafé als beliebtes Tanzlokal auf dem Familienbad ab.

1965

Vorbeugende Kuren garantieren auch in den Wintermonaten den Gewerkschaftshäusern eine gute Auslastung.

1965

Bau des Menü-Gefrier-Konservierungsbetriebes (Menüko) neben dem Bahnhof Heringsdorf zur Verbesserung der Versorgung insbesondere der Zeltplätze auf Usedom.

1970

Der Kunstpavillion an der Promenade wird eingeweiht.

1971

Die EOS Maxim-Gorki erhält einen Turnhallenneubau.

1973

Straßenbrückenbau über den Sackkanal F111

1973

Die EOS Maxim Gorki erhält eine Schülergaststätte.

1975

Bau einer kath. Kapelle auf dem Gelände von "Stella Maris"

1.1.1979

Jahrhundertwinter an der Ostsee

1979

Sprengung des FDGB-Erholungsheimes "Solidarität", ehemals Kaiserhof Atlantik, dem dazugehörigen Warmbad ud 2 wunderschönen kleinen Villen, die sich östlich des Warmbades befunden haben.

1980

Der kleine Fußgängergrenzverkehr mit den Polen in Swinemünde wird durch das Ausrufen des Kriegsrechts in Polen bis zur Reisfreiheit aller DDR-Bürger, bis 1989, gestoppt.

1989

60.000 offizielle Urlauber in Seebad Heringsdorf

4.11.1989

Ahlbecker, Heringsdorfer und Bansiner demonstrieren vor dem Kulturhaus für Freiheit und Demokratie.

12.1990

Die Gewerkschaftshäuser schließen und entlassen ihre Mitarbeiter. Die Häuser werden den rechtmäßigen Beitzern zurückgegeben oder durch die Treuhand verkauft.

1991

Der Usedomer Kunstverein wird gegründet.

1993

Die Grundschule gegenüber der Feuerwehr wird saniert-

1993

Das Theater Anklam schägt neben dem Sportplatz erstmals das Theaterzelt Chapeau Rouge auf.

1994

Die historische Gesellschaft zu Heringsdorf wird gegründet.

3.6.1995

Einweihung der neuen 508 m langen Seebrücke. Ein Freudentag für Heringsdorf!

9.9.1995

Ein Kugelbrunnen wird vor der Seebrücke aufgestellt.

1996

Die Ostseetherme zwischen Heringsdorf und Ahlbeck wird eröffnet.

1998

Die neue Feuerwehr und Rettungswache an der B111 wird in Betrieb genommen.

19.05.2000

Auf dem erweiterten Gelände von "Stella Maris" wird ein Seniorenheim gebaut und der Grundstein für eine neue kath. Kapelle gelegt.

26.5.2000

Seit 55 Jahren fährt als 1. Zug ein Interregio von Köln nach Heringsdorf. Müglich wurde dies durch den Bau der Straßen-Eisenbahnklappbrücke in Wolgast über die Peene.

4.5.2003

Die Jugendherberge an der Promenade wird 50 Jahre alt.

16.11.2004

Der neue Radweg zischen Grenzstraße und dem Sackkanal kostet 1.434.018 Euro.

1.4.2004

Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin fusionieren zu Seebad Heringsdorf, ein gemeinsamer Bürgermeister wird gewählt und das Rathaus zieht 2006 in das umgebaute Warmbad von Ahlbeck, nahe der Kirche von Ahlbeck.

2006

Der russische Großsegler Mir läuft Heringsdorf zu den Kaisertagen an, nachdem zuvor auch die MS Europa als 5Star +-Schiff seinen Gästen Heringsdorf nicht vorenthalten hat. Andere Kreuzfahrer ziehen in den nächsten Jahren nach.

2006

Ein Mobilcamp in Heringsdorf entsteht.

2007

Heringsdorf darf sich ab dem 1. Februar Ostseebad nennen...komische Ehrung.

20.12.2008

Jetzt dürfen Polen und Deutsche ohne Kontrollen mit dem Auto die ehemalige Grenze in Ahlbeck passieren.

20.09.2009

Eröffnung der Eisenbahnstrecke auf einer gepachteten Strecke und einem langen Tauziehen mit den Polen. Heringsdorf-Swinemünde.

11.6.2009

Grundsteinlegung für das Steigenberg Hotel Heringsdorf an der Promenade.

28.10.2009

Der mit 550.000 € sanierte Goethepark erfreut wieder seine Besucher.